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Über

Hei, Fans des Grusels und Grauens!

Im Nachthund werde ich von nun an regelmäßig selbstverfasste kurze (hin und wieder auch längere) Gruselgeschichten veröffentlichen. Ideal zum Lesen "zwischen zwei U-Bahn-Stationen".

Mein Name ist Corinna Annemarie und wenn ihr - wie ich - einen Hang zum Morbiden habt, schaut euch doch einmal in meinem Blog um!

Viel Spaß! 

Alter: 44
 
Universität: Wien in

Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
wollte ich Schriftstellerin werden

Wenn ich mal groß bin...:
will ich Schriftstellerin werden

Ich liebe...:
Bücher und Filme und, ja, auch Serien!



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Blog

Es ist wieder Halloween...

Die Nacht der Nächte ist gekommen: Halloween. Verkleidete Kinder ziehen durch den Ort, um ihre Säckchen mit Süßigkeiten füllen zu lassen.

Ein Skelett, ein Vampir, ein Werwolf und ein Gespenst treffen aufeinander und beschließen spontan, gemeinsam etwas zu unternehmen. Sagt der Vampir: „Was wollen wir tun?“ Antwortet das Gespenst: „Ich kenne ein verfallenes Haus am Ende des Ortes. Dort lässt es sich herrlich spielen.“

Sagt der Werwolf: „Du Langweiler. Wir wollen etwas Richtiges erleben.“ Meint das Skelett: „Genau! Lasst uns doch ein paar Besuche machen!“ Rufen die anderen: „Ja! Ja!“ Nur das Gespenst sagt nichts dazu und trottet hinter den anderen her.

Sie läuten an einer Tür. Eine Frau mittleren Alters öffnet und ruft: „Ah! Süßes oder Saures, nicht wahr?“ Sie zwinkert ihnen schelmisch zu und holt eine große Schüssel mit Süßigkeiten.

Sagt das Skelett: „Werte Dame, Sie wollen uns wohl veräppeln!“ Und ehe die Frau es sich versieht, schwingt das Skelett seine Sense und eins, zwei, drei – schon ist der Frauenkopf entzwei!

Sagt der Werwolf: „Gut gemacht. Jetzt bin ich an der Reihe.“ Antwortet das Gespenst: „Das solltet ihr nicht tun.“

Rufen die anderen: „Halt die Klappe, Bleichgesicht.“

Sie läuten an der nächsten Tür. Ein älterer Mann öffnet und ruft: „Muss das sein, ihr Bengel? Lasst mich in Frieden mit eurem Spukkram!“ Zischt der Vampir: „Den schnapp ich mir!“ Schreit der Werwolf: „Nein! Er gehört mir!“ Und ehe der Mann reagieren kann, hat ihn der Werwolf auch schon in sämtliche Einzelteile zerlegt und alles Fleisch vertilgt. Schmatzt der Werwolf: „Das war ja lecker!“ Sagt das Gespenst: „Das war nicht richtig von dir.“ Rufen die anderen: „Mach dich vom Gottesacker, du dämlicher Macker!“

Vor einem großen grünen Haus am Ende der Straße machen sie als nächstes halt. Das Licht geht an, ein Fenster wird geöffnet und ein junges Mädchen steckt den Kopf heraus. Sie lacht: „Oh! So viele gleich!“ Aber das arme Ding kommt gar nicht mehr dazu, Süßigkeiten zu holen, denn – hast du nicht gesehen – schlägt ihr der Vampir seine langen Eckzähne in den zarten Hals und saugt sich mit Blut voll, bis der junge Körper leblos zusammensackt.

Schwärmt der Vampir: „Ah, der süße Geschmack jungfräulichen Blutes! Was gibt es Besseres!“

Jammert das Gespenst: „Was habt ihr nur getan!?“ Rufen die anderen im Chor: „Du bist jetzt dran!“ Sagt das Gespenst, seine blicklosen Augenhöhlen auf die anderen drei gerichtet: „Schön, ihr habt es nicht anders gewollt.“ Und mit einem gewaltigen Satz hechtet es über den niedrigen Gartenzaun und rennt so schnell es kann im Zickzack durch die Straßen, reißt sich noch im Laufen das weiße Laken vom Körper, stolpert beinahe über das riesige Stück Stoff, das es achtlos auf dem Gehsteig liegen lässt, und kommt schließlich verschwitzt und keuchend zu Hause an. „Nie wieder!“, schnauft das Kind, als die Haustür hinter ihm ins Schloss fällt. „Nie wieder lasse ich mich mit echten Geistern ein!“

15.10.16 16:35


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Der letzte Bus


Geschneit hat es schon vor Einbruch der Nacht, aber jetzt hebt ein Schneesturm an, der mir so heftig in die Augen fährt, dass ich beinahe die aufblendenden Scheinwerfer eines zu schnell herannahenden Lastwagens übersehen hätte.

Erleichtert springe ich in den Bus, der eben in die Haltestelle eingefahren ist. Der Bus ruckt an und ich lasse mich auf einen der hinteren Plätze fallen, während ich versuche, die Salve an roten und gelben Blitzen, die das Scheinwerferlicht des Lastwagens in meinen Augen ausgelöst hat, wegzublinzeln.

Erst jetzt fällt mir auf, dass ich allein bin. Als Notärztin mit unregelmäßigen Arbeitszeiten bin ich daran gewöhnt, den letzten Bus zu nehmen, aber ich kann mich nicht erinnern, jemals die einzige Passagierin gewesen zu sein. Unruhig wetze ich auf meinem Sitz herum, für einen Moment bin versucht, den Fahrer, den ich von meinem Platz aus kaum ausmachen kann, anzusprechen, um die beunruhigende Stille zu durchbrechen, unterlasse es aber, weil ich instinktiv spüre, dass er nicht reagieren würde.

Das Licht beginnt zu flackern und es wird dunkler um mich herum. Mein Blick streift die fleckigen Neonröhren, von denen einige erloschen sind. Ich kremple meinen Ärmel um und spähte auf die Uhr. Ein paar Minuten sind vergangen, seit der Bus die Haltestelle verlassen hat. Trotzdem habe ich das Gefühl, seit Stunden in dem Bus zu sitzen. Ich wende den Kopf zum Fenster und lege die Hand über die Stirn, um besser sehen zu können. Viel zu schnell für meine Begriffe fliegen Häuser und Straßen-laternen vorbei und ich verliere die Orientierung, kann nicht mehr einschätzen, wo wir – wo ich – mich befinde – als der Bus abrupt zum Stehen kommt. Durch den Ruck rutsche ich auf dem Sitz ein Stück nach vorn. Der Fahrer huscht wie ein Schatten hinaus in die Nacht. Verwirrt bleibe ich sitzen. Das kann nicht meine Haltestelle sein… Durch die geöffnete Tür dringt kalte Luft, ein paar Flöckchen Schnee wehen herein und geben der Szenerie etwas Wirkliches. Entschlossen stehe ich auf und bewege mich – ebenso langsam wie zuvor die anderen Fahrgäste – zum Ausgang. Der Schneesturm ist vorbei. Vorsichtig lasse ich mich über die vereisten Stufen gleiten und bleibe bis zu den Knöcheln in schlammig weicher Erde stecken. Fluchend taste ich nach dem Haltegriff an der Bustür, der sich, als ich ihn ergreifen will,in kalte Luft auflöst, so dass ich die Balance verliere und in die weiche, feuchte Erde zurückfalle.

Was passiert hier? Panisch krümme ich mich zusammen und schließe die Augen, in der dummen Hoffnung, es handle sich um einen Albtraum. Ich muss es wissen. Also öffne ich die Augen, bereit, meine Umgebung wahrzunehmen. Es ist ein Friedhof. Zum zweiten Mal in dieser Nacht werde ich von aufblitzendem Licht geblendet. Auf dem Grabstein, keinen Meter von meinem Gesicht entfernt, flammt ein Schriftzug auf. In feurigen Lettern leuchten mein Name und mein Geburtsdatum auf, gefolgt von einem weiteren Datum - dem heutigen.

Jetzt verstehe ich. Der Lastwagen. Die aufblendenden Scheinwerfer. Ich bin tot.
28.9.16 16:26


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